Es ist interessant zu sehen wie sich unsere Abreise auf die Højskole auswirkt. In den sich leerenden Aufenthaltsräumen breiten sich nach und nach die kleinen Franzosen aus. Sie beanspruchen das freigewordene Territorium mit jugendlicher Selbstverständlichkeit und, meiner Meinung nach, viel zu pietätlos. Hier ist eine Ära zu Ende gegangen! Das Sofa, das immer reine EILC-Zone war, haben sie gleich heute Mittag eingenommen, ebenso die Stereoanlage, die jetzt fröhlich Technomukke in den Gemeinschaftsraum wummert. Es ist ein komischer Gegensatz zu der Stille und Melancholie, die in den leeren Klassenräumen, verlassenen Gängen und frisch geputzten, leeren Zimmern lungert.
Mein Tag heute hat damit angefangen, dass Petra vor meinem Bett kniet und mir sagt dass ich aufstehen und sie zum Bahnhof bringen muss weil ich die letzte Autofahrerin bin, die noch da ist. Max ist schon seit gestern weg. Susi ist heute in der Früh um halb 8 gefahren. Ihr zu Ehren bin ich kurz aus dem Bett und auf den Gang gewankt, hab mich verabschiedet und bin dann wieder schlafen gegangen. Bis Petra mich aus dem Bett geholt hat. Und die Reihen lichten sich weiter. Lisa, Žany und Blanka hab ich zum Bahnhof gebracht, Sergio ist irgendwann zwischen halb 8 und 11 verschwunden. Henrik und die anderen sind heute nach Flensburg gefahren. Nur Eileen und Lisi sitzen, in Decken gewickelt, von den Franzosenjungs verdrängt, in Lisis Zimmer und schauen 'Breaking Bad'. Die Zeit ist zu schnell vergangen.
Aber ich freue mich auf heute Abend. Auf Ruhe, Zeit, Musik die ich mir selbst aussuchen darf und ein langes Gespräch mit meinem Freund.
1 kommentar:
Hm schon klar, so ein Abschied fällt immer schwer. Aber immerhin habt ihr gebührend gefeiert, das hilft. :)
und die lästigen französischen Kinder seid ihr auch los! Positiv denken!
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