Ich glaube ja gar nicht so sehr, dass es unbedingt an den PfadfinderInnen als solches liegt, dass ich auf solchen Aktionen immer nach einem halben Tag das Gefühl habe, die Leute schon ewig zu kennen. Ich glaube es ist vor allem auch deswegen weil man eine gemeinsame Aufgabe (lies: massenhaft Drecksarbeit) hat. In diesem Fall: Houens Odde Spejdercenter für die Sommerbesucher bereit zu machen. Das heißt Feuerstellen erneuern, morsche Zäune ausgraben, Brücken durchs Moor reparieren, Wald roden (damit die riedgedeckten Dächer der festen Unterkünfte nicht wegrotten), Feuerholz machen und massenhaft andere kleine Dinge. Zum Beispiel die Türen der Burschenklos reparieren, damit sie richtig schließen und man endlich wieder ganz privat am Topf sitzen kann. Obwohl es sicher Hygienischeres und geruchlich Ansprechenderes gibt als am Kloboden zu liegen, war das für mich die interessanteste Aufgabe. Ich liebe Tüfteln mit Schraubenzieher! Auf der Hitliste gleich im Anschluß kommt Holzhacken, und am glorreichen dritten Platz Am-Traktoranhänger-Mitfahren. Egal ob ich mir den Platz mit Holz oder Müll teilen musste- Hauptsache Traktor!
Außerdem ist es immer wieder unheimlich interessant Menschen mit so unterschiedlichen Hintergründen zusammenarbeiten zu sehen. Natürlich, die meisten sind PfadfinderInnen, aber auch die haben ja meistens ein richtiges Leben und einen Zivilberuf. In diesem Fall mit unterschiedlichen Graden von 'Zivilität', weil anscheinend sind einige dänische Pfadfinder beruflich beim Militär, zum Beispiel in der Luftraumüberwachung, oder richtig als Soldaten mit regelmäßigen Einsätzen in Afghanistan. Aber wir hatten auch ganz friedliche: eine Gebärdensprachedolmetscherin, einen Landschaftsgärtner, einen angehenden Opernsänger, eine Lehrerin... Ich hab mir nicht alles gemerkt und ich hab auch nicht alle gefragt, aber find die Vielfalt ist auch so schon enorm.Ganz zu schweigen davon, dass Houens Odde einfach wunderschön ist. Eine Halbinsel im Koldingfjord- durchaus flach, aber mit wunderschönen Röhrichtufern und Wäldern voller Buschwindröschen (die Wälder haben wir allerdings zum Teil umgesägt). Rundherum natürlich Meer, wie sich das für eine gute Halbinsel gehört. Und weil das Meer so verlockend blau war (und Rasmus, der Sänger, gemeint hat 'Tør du?', also 'Traust di?') haben wir am 3. April um zehn nach sieben in der Früh die Badesaison eröffnet.
Dass ich jetzt mit einer leichten Lungenentzündung im Bett liege hat damit nichts zu tun, kalte Bäder sind gut für die Gesundheit. Ich hab nur offensichtlich zu spät damit angefangen.

2 kommentarer:
Brrrrrrrrr du spinnst ja.
Aber das bauer sein hat was für sich, gell? ;) also schwer arbeiten mein ich.
hast du denn keine uni mehr, oder war das nur über die ferien?
Ja ich steh schon irgendwie drauf :) Na das war nur über die Ferien ein paar Tage. Bin schon wieder daheim und studiere.
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