fredag 22 juni 2012

Gen Süden

Hier gibt es noch ein paar Eindrücke von meinen letzten Momenten in Dänemark:

An meinem letzten Abend in Odense haben wir zuerst gegrillt (eine zu Beginn etwas feuchte Angelegenheit, aber wir hatten ja alle unsere Kapuzenpullis an).

Ein letztes Mal Grillen - mit nur ein bißchen Regen
Und dann ist auch die Sonne wieder raus gekommen. So zirka von halb acht bis zehn. Ich vermiss die langen Abende schon...
HC Ørsted Kollegium nochmal von seiner besten Seite
Als es dann dunkel und kühl geworden ist, haben Charlotte und die anderen aus der Küche uns zu einem BERG Palatschinken eingeladen, die wir mit Marmelade, Eis, Zuckerstreusel und Schokosauce dekoriert haben.
Tore und Charlotte beim Zuckerstreusel-Fight
Der Abend war wahnsinnig gemütlich, und ein bißchen traurig, weil ich mich ja von allen verabschiedet hab. Aber in Zeiten von Facebook kommt da nicht so die richtige tragische Stimmung auf, weil immer jemand sagt '...und wir lesen uns ja dann eh auf fb.' Eigentlich ein rechter Verlust, ich steh doch so auf tränenreiche, dramatische Abschiedsszenen.

Sonntag den 17. haben Lisa und ich dann noch Kolding und Gábor einen kurzen Besuch abgestattet, bei dem ich noch eine Flasche Schnaps losgeworden bin die er hoffentlich gut versoffen hat und ein Handtuch zurückgebracht hab das schon seit März bei mir herumgelegen ist. Lisa ist dann mit dem Zug zurück nach Odense und ich hab, nach einem Abstecher bei Tante Maria in Hadersleben meine lange Heimreise angetreten.

Den Termin für selbige hab ich ja denkbar mies gewählt, denn wer will schon ab 20.20 ohne Internet im Zug sitzen wenn ab 20.45 Deutschland gegen Dänemark spielt? Die vereinzelten Fußballfans im Zug, die offensichtlich beim Buchen des Zuges gleich viel nachgedacht haben wie ich, waren aber gut an den Deutschland-Trikots zu erkennen und einer hat mich dann auch ganz lieb per Liveticker auf dem Laufenden gehalten. Und es war zwar traurig, aber es hat ja auch in Dänemark niemand ernsthaft gedacht, dass die Dänen gewinnen.

Es war jedenfalls schon am Bahnsteig in Hamburg richtig heimelig, denn die ÖBB hat, aus technischen Gründen, meinen Liegewagen gestrichen und durch einen Sitzwagen ersetzt und alle Deutschen, die in meinem Wagen waren, haben sich furchtbar aufgeregt. Die oberösterreichische Zugbegleiterin hat das komplett kalt gelassen, die  hat nur gemeint, dass man da jetzt nix machen kann und dass sie schon schauen wird dass alle einen Schlafplatz kriegen und wir können eh das Geld zurück haben das wir zuviel bezahlt haben. Keine Spur von unterwürfiger Dienstbarkeit, so mag ich das. Mir war das Ganze sowieso egal, weil ich finde Liegewägen klaustrophobisch. Montag Früh im sonnig-heißen Österreich hat mich dann aber auch kurz die Klaustrophobie gepackt, weil mich die flache Landschaft so an Dänemark erinnert hat, ich aber plötzlich drauf gekommen bin, wie weit ich jetzt vom Meer weg bin. Schon komisch, es ist ja nicht so als hätte ich bis jetzt so wahnsinnig viel Wert auf das Meer gelegt. Seekrank werd ich auch so leicht...

Trotz dieser kurzen Panik bin ich aber gut, wenn auch müde, in Wien angekommen und nachdem mich dort mein schöner Christian mit Croissant und Kaffee empfangen hat, hätte ich auch gar keine bessere Ankunft haben können. Zur Zeit bin ich noch damit beschäftigt mich psychisch und physisch zu akklimatisieren, was mir bis jetzt ganz gut gelingt, weil ich gut ausgelastet bin damit, Kaffee zu trinken und Urlaub zu machen.

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