tisdag 29 maj 2012

Lisa²

Die sehr kleine Meerjungfrau
Wie schon erwähnt, war mein Lischen der Grund für meinen bislang letzter Besuch in der Hauptstadt. Anders als ich, die es in einem Jahr Barcelona (Asche auf mein Haupt) nicht geschafft hat, sie dort zu besuchen, hat sie sich die vermutlich vier schönsten Tage des hiesigen Jahres ausgesucht, und ist, ganz gegen ihre Gewohnheit und Natur, in den Norden geflogen.

Und, was bin ich erleichtert: Es hat ihr unheimlich gut gefallen!! Ich hab sie ja vorgewarnt: "Nimm warme Sachen mit!", hab ich gesagt. "Vergiss das Regenzeug nicht.", hab ich gesagt. "Hier ist es kälter als daheim." War es auch. Aber für unsere Verhältnisse war es einfach traumhaft, ich bin immer noch so stolz auf das Wetter hier... Trotzdem haben wir zum Teil ordentlich gefroren und einmal zum Fortgehen sogar den Daunenmantel wieder ausgegraben (- meine Mutter Ende März noch zu mir: "Nein, den nehm' ich sicher nicht mit heim, den brauchst du noch!" - Danke Mama!).

Aber der Reihe nach. Vom Flughafen aus hat die Lisa erst mal den falschen Zug genommen, ist dann in Kopenhagen in den richtigen umgestiegen, der ein Schnellzug war. Somit hatte ich eine halbe Stunde weniger Zeit zum Putzen und Wäsche waschen als berechnet, weswegen ich das Wäsche trocknen an den Kristian delegieren musste. Aber ich war pünktlich am Bahnhof. Und dann hätt ich sie beinahe übersehen weil ich einem verpeilten Ami erklärt hab in welchen Zug er steigen darf wenn er weiter nach Westen will. Aber dann: Das Lischen in voller Pracht und Lebensgröße!! Welche Freude! Wir sind dann gleich mal auf ein Bier ins Smagløse und haben getrunken und getratscht...

Am nächsten Tag sind wir durch die Stadt gebummelt, haben getratscht und die Odenseer Sehenwürdigkeiten (ca. 3 oder so) besichtigt. Unter anderem Tidens Samling, eine kleine Ausstellung über dänische Wohnzimmer durch das letzte Jahrhundert. Sehr interessant die 70er ("Die schirchen Tapeten!") und 90er ("Schau: Kassetten!!"). Damit war der kulturelle Teil erledigt, und wir konnten uns guten Gewissens in Café setzen. Und tratschen. Abends haben wir dann mit der hiesigen Lisa und Kristian gekocht und sind dann ein bißchen am Dach der Heimbar gesessen, wo wir im Sonnenuntergang Bier getrunken haben. Besuch-Lisa ist ganz selbstständig und (bis auf einen Lachanfall auf halber Strecke) souverän rauf und runter geklettert.

Nach dem erfolgreichem Abstieg sind wir dann noch auf eine kleine Erasmusparty, die zwar nicht die aufregendste ihrer Art, aber ganz unterhaltsam war. Auf jeden Fall gab es fast eine Schlägerei, und Brian, unser Ich-trinke-bis-ich-Mädls-ansprechen-kann-Ire, hat sogar getanzt. Das tut er sonst nie. Denn sehr oft muss er sehr viel trinken, bis er Mädls ansprechen kann. Und dann geht dummerweise oft sowohl sprechen als auch tanzen schon schwer. Ein Teufelskreis...

Samstag sind wir dann nach Kopenhagen gefahren. Den Nachmittag haben wir damit verbracht, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anzuschauen und am Abend waren wir zuerst mit Christian Buhl und seiner Freundin in Christiana vegetarisch essen und dann noch etwas trinken. Da im Lokal gerade Championsleague-Finale geschaut wurde, was akustisch mit Tratschen schwer vereinbar war, sind wir im Endeffekt,  in jeweils 5 Vliesdecken eingemummt, draußen am Wasser gesessen. War aber auch sehr schön.

Sonntag haben wir uns dann mit Lisa's Freundin Victoria getroffen, die Engländerin ist und gerade in Schweden studiert. Ich hab die beiden dann, stadtplanlos, ein bißchen durch die Gegend 'geführt' bis wir am Kultorvet ein nettes kleines Lokal gefunden haben, wo man uns, echt dänisch, Smørrebrød und Tuborg Squash serviert hat. Das Smørrebrød war zum Teil etwas eigenartig (Leberpastete und Speck und Mayonnaise und Ei - man kann's auch übertreiben), aber auf jeden Fall authentisch.

Abends sind wir, wie schon erwähnt, noch am Gråbrødretorv gesessen und später haben wir uns die, auch schon erwähnte, Partie Jungs (zwei Amerikaner, ein Engländer) im Copenhagen Downtown aufgerissen, mit denen wir einen sehr netten Abend in der Blågårds Apotek hatten.

Einziger Wermutstropfen: Unser Gepäck hatten wir, weil wir schon aus dem Hostel ausgezogen sind, am Bahnhof im Schließfach. Das mussten wir um 1 Uhr Früh holen. Also um viertel eins raus aus der Blågårds Apotek, versprechen, dass wir wieder kommen, mit dem Bus zum Bahnhof, Gepäck holen. Keine Metro finden die nach Nørreport fährt, in die falsche S-Bahn steigen, nächste Station raus, andere Richtung zurück. Wieder am Bahnhof also ins Taxi steigen und kutschieren lassen. Noch eine Dreiviertelstunde mit den Jungs trinken und tanzen, Sperrstunde, verabschieden. Zu Fuß zurück zum Bahnhof... Ich muss mich an dieser Stelle bei dir, Lischen, entschuldigen. Ich hab nämlich einen großen Fehler gemacht, ich Landkind. Die Metro fährt natürlich überallhin und immer. Aber die Metro ist auch mit einem M gekennzeichnet, im Gegensatz zur S-Bahn, die ein S als Haltestellensymbol hat. Untertags macht das kaum einen Unterschied. Aber in der Nacht... T u t   m i r   l e i d ! ! ! Ich Ei.

Wir haben dann jedenfalls noch ein bißchen am Bahnhof auf Lisa's Zug zum Flughafen gewartet, und nachdem ich sie heil in diesen gesteckt hab, bin ich selbst noch ein Stündchen herumgesessen in Erwartung meines Zuges nach Westen. Den Sonnenaufgang über dem Store Bælt hab ich natürlich verpennt, aber das war mir in dem Moment nicht so wichtig.

Danke für den Besuch!!!

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