fredag 16 mars 2012

Heja Sverige! ☼

Nachdem hier dringender Bedarf nach neuer Suppeneinlage besteht und mittlerweile selbst die Postkarten an die Verwandtschaft schon angekommen sein sollten, berichte ich an dieser Stelle von meinem Schwedenausflug am vergangenen Wochenende.

Lisa und ich haben mehr oder weniger spontan beschlossen nach Stockholm zu fahren übers Wochenende - die Zugkarten und das Hostel haben wir 4 Tage vor Abfahrt gebucht. Trotzdem sind wir wirklich günstig ausgestiegen. Die schwedische Eisenbahn hat gar billige Angebote für Leute die sich nicht scheuen früh aufzustehen! Ja, fragen wir uns jetzt, und was hat das mit der Feli zu tun? Tja, auch ich kann wenn ich muss. Und wenn ein Stockholm-Trip kein Grund ist um halb 5 aufzustehen ist ja schon alles verloren. Das Gute ist, dass auf diese Art die 7 Stunden Zugfahrt wie im Flug vergehen weil man völlig übermüdet auch in altmodischen Zuggarnituren gut schläft.
In Stockholm angekommen haben wir erstmal die Stadt zu Fuß erkundet. Nörrmalm, Gamla Stan, Södermalm (dort Plattengeschäft! und Essen). Und dann haben wir uns mit der Chrissi getroffen, die gerade in Stockholm ihr Erasmussemester verbringt. Die hat uns noch ein paar hübsche Orte gezeigt - Stockhholm von oben bei Nacht, Gamla Stan in nächtlichem Mittelalterflair...

Am nächsten Tag sind wir (natürlich!) ins Nobelmuseum und ins Wasamuseum - zwei Dinge die man unbedingt gesehen haben muss in Stockholm. Nach dem Stadtspaziergang versteht sich. Ich behaupte, hiermit grau auf weiß, dass Stockholm mit Abstand die schönste der skandinavischen Hauptstädte ist. Meine Mama findet ja Helsinki schöner, aber um Diskussionen zu vermeiden (haha): Das gehört nicht zu Skaninavien. Ha. Nein im Ernst. Oslo ist groß und kalt und kahl. Kopenhagen ist schrecklich flach (war ja nicht anders zu erwarten) und hat, wie übrigens auch Oslo, keinen nennenswerten Altstadtkern. Ja, und Reykjavík ist keine Großstadt und zählt somit nicht. Aber irgendwas muss man ja auf Ísland auch haben :-P

Am Samstagabend waren wir dann, passend zur Wasabesichtigung am Nachmittag, mit der Chrissi in der Viking Bar in Gamla Stan. Die haben das Wikingerthema dort wirklich konsequent durchgezogen. Alle Angestellten in Leinenkitteln, als Musikuntermalung eine Liveband mit Drehleierspieler und das Bier wird in komischen bauchigen Krügen serviert. Sie hätten auch Met gehabt, aber Lisa und ich haben uns, nachdem wir recht mit dem Verlust unseres liebgewonnenen 'Odense 1859' zu kämpfen hatten, an 'Åbro' gehalten, das schwedische Bier bei dem wir uns noch am besten aufgehoben gefühlt haben.

Sonntag haben wir Skansen besichtigt. Für alle die das Freilichtmuseum Stübing kennen: so ähnlich ist Skansen. Nur GRÖSSER und mit Tieren (Elche, Rentiere, Wölfe, Luchse, Bären, Otter, Hühner, Schafe, Kühe...). Es war angeblich (laut Wikipedia) das erste Museum seiner Art - auch wenn sich Wikipedia da selbst widerspricht, denn ein anderer Artikel behauptet das wäre das Norsk Folkemuseum in Oslo. Jedenfalls haben sie für Skansen anscheinend damals wirklich einfach Leuten ihr Haus mit allem was darin war abgekauft. Und die (vermutlich überraschten) Leute haben sich mit dem Geld dann ein neues Domizil, neue Möbel, neuen Hausrat, neues Gewand etc. besorgt. Ich frag mich was ich täte wenn jemand mir so etwas vorschlüge.

Am Sonntagabend haben wir dann noch gemütlich zwei Åbro getrunken und dabei übersehen dass unsere 24Stunden-Karte für die Metro abgelaufen ist. Also sind wir dann zu Fuß ins Hostel, was aber in Stockholm wirklich kein Problem ist, wenn man nicht völlig im Nirgendwo wohnt. So wie die Chrissi. Im Hostel mussten wir dann feststellen, dass einer unserer Zimmermitbewohner, der sonst immer verlässlich und lärmintensiv um 2 in der Früh erst nach Hause gekommen ist, schon schlafend im Bett gelegen ist. Deshalb haben wir dann umständlich im Halbdunkel packen müssen, aber zum Glück ist alles mitgekommen.

Die Lichverhältnisse im Hostel waren insgesamt etwas schwierig, weil es keine Fenster gab. Keine. Null Tageslicht. In der Nacht: Stockdunkel. In der Früh: Stockdunkel. Wie das Wetter war wusste man erst wenn man aus der Haustür auf die Straße getreten ist. Aber das Wetter war strahlend und wir damit völlig entschädigt.

Die Heimfahrt am Montag war wie die Hinfahrt, schrecklich früh, nur etwas kürzer, aber ich hab ja sowieso geschlafen. Ein großer Unterschied war auch, dass Lisa und ich beide vom Bahnhof aus nur kurz für 5 Minuten nach Hause geflitzt sind und dann auf die Uni weil wir eigentlich Unterricht hatten. Und damit hat meine 11. Woche hier begonnen.

1 kommentar:

Vro sa...

Liebe Feli, das klingt ja alles wunderbar.
Zu der Diskussion mit den Hauptstädten kann ich nur bedingt was beitragen, da ich weder Stockholm noch Oslo kenne. Helsinki hat mir aber auch besser gefallen als Kopenhagen. Und Reykjavík, tja. Reykjavík halt (da sitz ich übrigens grad in einem Hostel und warte, dass Christina sich meldet/ausschläft/Zeit für mich hat). Ich glaube im übrigen auch, dass Ísland nicht zu Skandinavien zählt, also würde es ohnehin nicht in die Wertung kommen. ;) Aber dein Post macht Lust auf eine Stockholm-Reise.. ja, wenn ich dann mal reich bin und so weiter.

Wie die haben in der Viking Bar die Getränke nicht aus Schädeln ausgeschenkt? Oder wenigstens Trinkhörner? Ts. Wenn sie wirklich konsequent wären, würden sie erst gar nix anderes als Met in Schädeln ausschenken.

Gute Frage, was man täte wenn jemand einem Geld für sein ganzes Haus mit allem Krempel drin gäbe. Ich denke es käm auch drauf an wieviel ich dafür kriege.. natürlich verliert man ein paar nette Sachen, aber hey - man spart sich das Entrümpeln beim Umziehen. Ich glaub du weisst was ich mein :D .. ich hab mich schon gefragt wo die drei tollen Bären herkamen.

lg aus der nördlichsten Hauptstadt (wenns wahr is..)
Vroni

p.s.: Layout find ich gut! Und das mit dem Dänisch krieg ich auch noch hin..

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