Montag haben wir den Grundstein für das große Fressen gelegt, dass die ganze Woche angedauert hat. Wir haben ja schon am Wochenende nicht gehungert, aber da Chrisi Geburtstag hatte, musste ich natürlich dem Anlass entsprechend auftischen. Zum Frühstück hab ich deswegen Pancakes gemacht. Mit Pålægchokolade, Bananen, Joghurt und Speck! Ich hab nämlich einen halben Kilo SPECK aus der Heimat bekommen! Er ist großartig, rauchig, speckig, wunderbar! Das Wurstsortiment hier in Dänemark ist nämlich nicht sehr überzeugend. Jedenfalls, Pancakes mit Bananen und Speck kann ich nur empfehlen (ich bekomm auch gerade Hunger...). Am Abend haben wir dann Lisa und Buhl eingeladen zum Essen, wobei Lisa auch schon beim Kochen dabei war, weil sie Montags sowieso bei mir um die Ecke am Teknikum einen Kurs hat. Am Menü stand Lasagne, Salat und Daim-Roulade (Biskuitroulade mit Daim-Stückchen drin), dazu gab es Bier, Wein und köstlichen Marillenschnaps (Danke Papa und Mama!). Alles in allem war der Chrisi also rundum zufrieden mit seinem 26. Geburtstag.
Den Rest der Woche haben wir auch vorallem gegessen, manchmal im Lokal, manchmal in der Unikantine, vorallem aber auch bei mir in der Küche, weil zu zweit Kochen macht einfach mehr Spaß! Außerdem haben wir ein sehr nettes Studentencafé in der Stadt entdeckt: Studiestuen. Das ist ein kleines Café mit Second-Hand-Buchhandlung, das Studenten die im Stadtzentrum wohnen selbst betreiben, damit sie nicht immer den weiten Weg bis zur Uni machen müssen. Und dort sitzen sie dann und schreiben Hausübung oder Diplomarbeit und trinken selbstgebrauten schlechten Dänischen Kaffee. Oder sie lesen Second-Hand-Bücher, so wie der Chrisi hier, der sich Agatha Christie's 4.50 from Paddington gekauft hat.Wir waren auch mal im Kino: Tinker Tailor Soldier Spy, diese John le Carré-Sache. Sehr spannend, guter Film - und so schöne Schauspieler (Benedict Cumberbatch! Tom Hardy!). Nur stellenweise schwer verständlich im Original. Vorallem wenn die französischen, russischen und ungarischen Dialoge nur mit dänischen Untertiteln unterlegt sind. Das Kino in dem wir waren ist ein sehr hübsches, altes. Es ist in der ehemaligen Kleiderfabrik (Brandt's Klædefabrik) untergebracht, zusammen mit einem Kunstmuseum und verschiedensten Geschäften. In der Brandt's Passage ist auch die Post, die Australian Bar und verschiedenste andere Cafés und Bars mit unsittlichen Preisen. Das Bier im Kinocafé war auch nicht billig aber die mit Käse überbackenen Nachos dort sind ein Traum! Abgesehen von der Studiestue ist mein Lieblingslokal in Odense aber bisher das geschmacklose Café (Den smagløse Café), mit Tischfußballtisch, Würfelbechern und erschwinglichen Bierpreisen. Dort haben wir einen sehr gemütlichen Donnerstagabend mit Lisa verbracht.
Gestern sind wir dann auf die andere Seite des Lillebælt nach Fredericia gefahren, zur Lagerinformationsmesse für das riesige nationale Jamboree der Dänen. Sie rechnen mit 35.000 Teilnehmern, was in etwa der Größe eines richtigen Jamborees entspricht. Eine wahnsinnig große Sache, für die alle 5 dänischen Pfadfinderverbände zusammenarbeiten. Wir wollen da ja heuer mit unseren Explorern hin fahren, darum hab ich mir gedacht ich nutz die Chance und hol mir ein bißchen SoLa-Motivation und Information. Und ich muss sagen, die wirken dort wirklich bestens organisiert. Ich hab auch zwei Poster für den Schaukasten abgestaubt, die der Chrisi hoffentlich halbwegs knitterfrei nach Hause gebracht hat heute, auf dass sie den Weg ins Heim finden und dort das Auge erfreuen. Natürlich gab's bei der Gelegenheit auch wieder (gar nicht so schlechten) Kaffee und Kuchen.
Am Abend haben wir dann ein letztes Mal sehr fein gekocht, mit allem was im Laufe der Woche übrig geblieben ist und uns dann in (grüne) Schale geworfen für die letzte Fastelavnparty des heurigen Faschings (wie gesagt, dass Aschermittwoch schon war ist den Leuten hier nicht so wichtig). An der Seite von Riddler wurde die Poison Ivy auch besser erkannt :) Es gab natürlich Alkohol (auch wenn wir beim Vorglühen mit angegorenem Schilcher Vorlieb nehmen mussten) und schlechte Lakritze, aber vorallem gab es ein paar ziemlich coole Kostüme, so wie zum Beispiel einen Wolverine mit richtig schönen Klauen und selbstgezüchtetem Bart, und einen Elefanten - Christian Koch hat das vibrierende Laserschwert von letzter Woche gegen einen silbernen Samtrüssel und Stoßzähne getauscht. Chrisi und ich sind aber nicht alt geworden auf der Party weil er ja heute Früh seine Heimreise angetreten hat (und sich vorher ja auch noch die rote Haarfarbe - aaargh! - aus den Haaren waschen musste). Um 6.47 ist der Zug nach Kopenhagen gefahren.Um 7 war ich wieder zuhause, hab nochmal kurz in die Heimbar geschaut, wo ein paar Tapfere noch am Feiern waren und mich dann ins Bett gelegt bis 11, wo mich ein elterlicher Anruf aus dem Bett vibriert hat. Und dann bin ich raus in den strahlenden Sonnenschein laufen gegangen. Damit endet für mich der Fasching 2012 und ich hab den heutigen Tag zu meinem höchstpersönlichen Aschermittwoch erklärt (auch kein Speck heute). Jetzt beginnt eine weitere 7-wöchige Fastenzeit.
3 kommentarer:
Eigentlich habe ich nicht damit gerechnet, daß der Chrisi Dich so schnell besucht.
Ich dachte, zu Deinem Geburtstag.
Wäre romantischer gewesen.
Er ist doch ein Weichei.
Jetzt hast ihn
Bussi
Peter (Bruder)
die haben allen ernstes 5 (in Worten: FÜNF!!!) Pfadfinderverbände? Halt dich an, was sind denn da die Unterschiede? Oder gibts eh keine?
@Peter: Nein, zu meinem Geburtstag kommt die Mama :)
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